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PS4 Pro im Test: God of War – Die Ära des Kratos geht weiter

Kratos hat sich verändert und mit ihm God of War. Dies ist das erste Spiel der Saga, das von Anfang an für die Playstation 4 entwickelt wurde und es erscheint fünf Jahre nach God of War – Ascension.

Hinter dem Spiel liegt eine sieben Spiele andauernde Geschichte, die immer der gleichen Formel folgte: griechische Mythologie und schnelle Kampfaction basierend auf Kombos.

Eine riesige Sage voller epischer Momente und voller Gewalt. Die Rache eines Gottes an seinen Gegenstücken im Olymp. Wir übernehmen wieder die Rolle von Kratos, Sohn von Zeus – ehemaliger Gott des Krieges. Aber diesmal findet unser Abenteuer in Midgard statt.

Singleplayer

In seinem Kern erzählt God of War eine tiefgründige Geschichte um die Beziehung zwischen Kratos und dem Knaben. Die komplizierte Vater-Sohn-Beziehung lässt Raum für emotionale Momente, Dramatik – und ja, auch Humor. Atreus entpuppt sich glücklicherweise als interessanter Charakter, der Kratos’ Fähigkeiten ergänzt und selten quengelt.

Zum anderen fungiert Atreus aber auch als nützliche Hilfe im Kampf: Während Kratos nun häufig im direkten Clinch ein paar Backpfeifen kassiert, steht der Junge mit Pfeil und Bogen in sicherer Entfernung und lenkt Feinde auf Knopfdruck ab. Insbesondere im späteren Spielverlauf ist Atreus eine Allzweckwaffe mit eigenen Zaubern, unterschiedlichen Pfeilen und klugen Kommentaren. So warnt er Kratos etwa vor heranstürmenden Gegnern. Auch außerhalb der klassischen Klopperei weist Atreus auf Rätsel oder bereits erledigte Aufgaben hin. Klasse: Das Geplapper nervt nur selten – vor allem, weil der schweigsame Kriegsgott häufig nur auf seinen Sprössling reagiert. Kratos bleibt eben Kratos.

Auf ihrer langen Reise entdecken Sie einige Dinge aus Kratos Vergangenheit. Kratos ist nicht länger der rasende Gott, geblendet von Wut. Dieser Kratos ist ruhiger und nachdenklicher, aber erwartet keine völlige Veränderung. Er ist immer noch sehr unfreundlich, grob und aggressiv. Wann immer er jemandem hilft, ist es nur zu seinem eigenen Vorteil oder aus Versehen.

Auch die anderen Vertreter der zahlenmäßig überschaubaren Figuren tragen allesamt etwas Wichtiges zur Erzählung bei. Zusammen mit dem magischen God of War-Soundtrack von Bear McCreary ergibt das eine Top-Atmosphäre, die aktuell ihresgleichen sucht. Verblüffend, aber wahr: God of War ist ein Story-Highlight und bietet eine erwachsene, nuancenreiche Handlung, die überrascht und begeistert!

Aber was ist mit den Göttern? Das neue God of War beschäftigt sich mit der nordischen Mythologie, also unter anderem mit Thor, Odin, Loki, Freya und Baldur. Aber denkt nicht, ihr würdet nach Midgard reisen, um euch mit diesen nordischen Göttern zu prügeln. Neben den Göttern tauchen noch weitere Elemente der nordischen Mythologie auf. Bifrost, Walküren und die Elfen, die Weltenschlange und natürlich die Daugr – diese üblen Wikingerzombies. Es gibt viele Referenzen, viele Überraschungen und jede Menge Inhalte, die auf ihre Entdeckung warten.

Gameplay

Im Vergleich zu früheren Serienteilen wie God of War 3 hat sich auch das Kampfsystem verändert. Die Bewegungsabläufe sind eine Spur weniger hektisch als im Vorgänger, aber dadurch auch realistischer. Ein Hauch Dark Souls hält in God of War 2018 Einzug: Strategisches Blocken mit dem neuen Schild, die Ausweichrolle und der automatische Gegnerfokus erinnern an From Softwares düsteres Action-Rollenspiel. Doch beim neuen Teil der Serie God of War  gibt es auch Unterschiede zu Dark Souls. So kann Kratos seine Axt auf entfernte Gegner werfen und per Knopfdruck zurückrufen. Hat er das Beil gerade nicht in der Hand, teilt Kratos Schläge mit seinen bloßen Fäusten aus. Später kommt noch eine zweite Waffe dazu, zudem spickt Atreus die Feinde auf Knopfdruck mit Pfeilen.

Der Schwierigkeitsgrad ist auf der zweiten von vier Stufen fordernd. Zudem dürft ihr jederzeit zwischen den drei Härtegraden wechseln. Schwierigkeitsgrad Nummer vier schaltet ihr nach dem einmaligen Durchspielen frei und könnt ihn bei einem erneuten Durchgang wählen

Zu God of War gehören Bosskämpfe natürlich dazu und auch der neueste Teil bietet einige dicke Brocken, manche davon sogar komplett optional.

Allerdings sind die Bossgegner trotz teils imposanter Größe bei weitem nicht so eindrucksvoll wie in God of War 3. Der neue Serienteil tut sich sichtlich schwer, das grandiose Spektakel des Götterschlachtens aus dem Vorgänger zu übertreffen. Wer also von Minute eins an ein Action-Feuerwerk erwartet, das einem die Kinnlade nach unten klappen lässt, dürfte minimal enttäuscht sein. Auch in Sachen Gewaltgrad kann das neue God of War nicht mit Vorgängern wie Teil 3 mithalten.

Dieses neue Kapitel auf der PS4 ist ein Wendepunkt bei Erzählstruktur, Grundthema und beim Gameplay. Früher gab es hektische, Kombo-basierte Kämpfe, aber das neue God of War ist persönlicher, langsamer und taktischer. Statt im festen Kamerawinkel erleben wir das Abenteuer jetzt aus der Schulterperspektive. Und statt mit Klingen ist Kratos jetzt mit einer mächtigen Axt bewaffnet. Die heißt Leviathan, ist magisch und besitzt die Kraft des Eises. Kratos kann sie von überall herbeibeschwören. Wir können sie auf einen Gegner schleudern und dann sofort zurückrufen, das macht sie zu einer Nah- und Fernkampfwaffe.

Grafik und Sound

Auch wenn ihr in God of War nicht überall hingehen könnt, wollt ihr überall hinschauen. Die Grafik ist fantastisch und die Welt richtig schick und abwechslungsreich gestaltet. Die Texturen sind knackig scharf und die Details etwa an der Rüstung von Kratos gut zu erkennen. Stets will das Auge Kleinigkeiten suchen, die Santa Monica Studio auf den Bildschirm gezaubert hat.

In technischer Hinsicht sind leichte Ruckler bei der Bildrate nicht zu verneinen, doch mindern sie den Spielspaß kaum. Ohnehin kommen sie nicht so oft vor. Ihr müsst aber damit rechnen, dass es nicht durchgehend sehr flüssig läuft.

Santa Monica Studio hat es geschafft, mit God of War frischen Wind in die Marke zu bringen, allein die Story motiviert schon zum Weiterspielen. Action kommt ohnehin nicht zu kurz, die sinnvoll mit kleinen Rätseln aufgelockert wird und technisch verzückt euch das neue God of War mit einer sehr schönen Optik.

Genre: Action-Adventure Entwickler: Sony Santa Monica Publisher: Sony Release: 20. April 2018
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8.5/10

Fazit

God of War bietet eine wunderschöne Spielwelt. Dabei bleibt keine Szene offen. Es ist ein lineares Abenteuer ohne Ladebildschirme und einer stilvollen stark überarbeiteten Grafik im Gegensatz zum Vorgänger. Das Game bittet eine sehr eindrucksvolle wendungsreiche Story. Sehr schöne und grafische detaillierte Welten vereint in nordischer Mythologie. God of War ist riesig, vermutlich länger als die gesamte ursprüngliche Trilogie. Das neue und generalüberholte Kampfsystem rundet den Spielspaß im neuen Teil der Kratos Serie ab, sodass ich diesen neuen Teil nur wärmstens empfehlen kann. Den sollte man einfach nicht verpassen.

Pro:

+ Überzeugend inszenierte Vater-Sohn-Beziehung
+ sehr gut geschriebene Dialoge und Erzählungen u.a. von Atreus und Mimir
+ gute Kampf- und RätselKombinationen unter Verwendung der Axt
+ Nah-, Fern- und Magiekampf sowie tolle defensive Kontermanöver
+ beindruckende Kulissen und Animationen
+ flüssige Grafik

Kontra:

– Inventar und Tagebuch sehr steril
– frei und schwimmen sind sehr eingeschränkt
– kleine Texturfehler
– Nach dem Finale der Story bleiben immer noch Dinge ungeklärt

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