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Borussia Dortmund – Finale in Berlin, wir kommen!

Borussia Dortmund hat es wieder geschafft! Durch einen 3:2 (1:2)-Auswärtssieg beim FC Bayern München ist der BVB zum neunten Mal in der Vereinsgeschichte ins Finale des DFB-Vereinspokals eingezogen.

7.500 BVB-Fans waren mitgereist in die mit 75.000 Zuschauern ausverkaufte Allianz-Arena. Sie sahen bärenstarke erste 25 Minuten, in denen der BVB den Bayern Paroli bot, sich mindestens auf Augenhöhe bewegte und nicht unverdient durch Reus mit 1:0 in Führung ging (19.). Dann aber schnürten die Münchener das Team von Thomas Tuchel bis zur Pause hinten ein und drehten durch Martinez (29.) und Hummels (41.) das Spiel. Doch der BVB steckte nicht auf, befreite sich nach dem Seitenwechsel aus der Umklammerung und kam durch Aubameyang (69.) zum Ausgleich. Dembélé besorgte fünf Minuten später mit einem feinen Schlenzer das 3:2 – die Entscheidung in einer irren Partie zu Gunsten des BVB.

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Ausgangslage:

Hochspannung war bei diesem Duell vorprogrammiert: Im sechsten Jahr in Serie trafen die beiden erfolgreichsten deutschen Clubs der jüngeren Vergangenheit im DFB-Pokal aufeinander. Es gab in dieser Zeit zwei Dortmunder und drei Münchner Siege. Die letzten drei Pokal-Duelle gingen in die Verlängerung, die letzten beiden wurden sogar erst im Elfmeterschießen entschieden: 2014/15 gewann der BVB im Halbfinale in München mit 3:1 n.E., vergangene Saison konnten die Bayern das Finale in Berlin mit 4:3 n.E. für sich entscheiden.

Ankunft in der Allianz: Bender, Piszczek, Isac und Ginter.
Personalien:

Die Gastgeber mussten lediglich auf Torwart Neuer (Fußbruch) verzichten, die Gäste aus Westfalen traten ohne Sahin (Außenbandteilriss im Sprunggelenk), Bartra (Arm- und Hand-OP), Schürrle (Sprunggelenk), Götze (Stoffwechselerkrankung) und Rode (muskuläre Probleme) an. Thomas Tuchel veränderte seine Startelf im Vergleich zum Spiel in Gladbach am Wochenende auf vier Positionen. Sokratis, Piszczek, Aubameyang und Weigl begannen anstelle von Sahin, Ginter, Durm und Pulisic.

Taktik:

Der BVB rannte die Bayern in einem klassischen 4-4-2-System an, in dem Reus und Aubameyang in der Spitze fast auf gleicher höhe agierten, aber auch immer wieder von Dembélé und Guerreiro auf den Flügeln unterstützt wurden. In diesen Situationen bildete sich dann phasenweise eine 4-3-3- oder gar eine 4-2-4-Grundordnung. Die Bayern stellten dem ein sehr variables 4-1-2-3 entgegen, in dem Ribery und Robben auf den Flanken sich auch immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen ließen, um dort für Überzahlsituationen zu sorgen.

Sokratis stand in der Startelf.
Spielverlauf und Analyse:

Von der ersten Minute an war zu merken, dass Borussia Dortmund ein komplett anderes Gesicht an den Tag legte, als noch beim bitteren 1:4 an selber Stelle in der Bundesliga vor zweieinhalb Wochen. Die Mannschaft von Thomas Tuchel agierte mutiger, sie agierte offensiv mit mehr Selbstvertrauen und sie stand in der Defensive deutlich sicherer – auch wenn erst Ribery aus elf Metern (Bürki faustete weg) und im Nachschuss Vidal aus 17 Metern (knapp links vorbei) nach 13 Minuten zur ersten sehr guten Bayern-Chance des ersten Durchgangs kamen. Zuvor hatte Aubameyang aus vier Metern aber auch für den BVB schon die erste Duftmarke abgegeben, den Ball nach Vorlage Guerreiro aber am Tor vorbeigeschoben (4.).
Es war ein Duell auf Augenhöhe ohne deutliche Feldvorteile für eine Mannschaft. Beide Kontrahenten versprühten Spielwitz und wirkten gefährlich. Es waren allerdings die Schwarzgelben, die in Führung gingen! Sie profitierten von einem folgenschweren Fauxpas von Martinez, dessen Rückpass zu Ulreich von Guerreiro abgefangen wurde. Der wollte die Kugel dem herauseilenden FCB-Keeper durch die Beine schieben, traf dabei dessen Unterschenkel, von wo sie gegen den rechten Pfosten prallte. Lahm kam nicht mehr rechtzeitig hin, und Reus markierte aus weniger als einem Meter das 1:0 (19.).

Aubameyang gleicht aus
Weigl ärgert sich über das 2:1 der Bayern.

Die Bayern aber blieben dran, wirkten sauer, und kamen durch Martinez, der nach einer Ecke aus sieben Metern einköpfte, zum Ausgleich (29.). Der Startschuss für eine extrem temporeiche Phase bis zur Pause, in der der FC Bayern die Borussia gehörig unter Druck setzte. Guerreiro schoss einen BVB-Freistoß aus 17 Metern nur Zentimeter über das Tor (31.). Auf der anderen Seite verhinderte Piszczek mit einer sensationellen Grätsche gegen Lewandowski im Strafraum das fast sichere 2:1 (32.). Zudem warf sich Castro todesmutig in eine Direktabnahme von Vidal und lenkte den Ball knapp über das Tor (38.). Martinez kam nach der anschließenden Ecke brandgefährlich zum Kopfball, traf aber glücklicherweise nur das Lattenkreuz. Die Führung der Bayern erzielte dann Hummels mit einem flachen Schuss aus 14 Metern nach starker Vorarbeit von Ribery (41.). Mit dem Pausenpfiff verhinderte Bürki im Eins gegen Eins mit Lewandowski gar das 1:3.
Auch nach der Pause standen der BVB-Torwart und der FCB-Stürmer direkt wieder im Mittelpunkt, wieder blieb Bürki der Sieger und fischte dem Polen im Strafraum stark den Ball vom Fuß (47.). Ebenso gut parierte er zehn Minuten später gegen Robben, der nach einem Konter links im Strafraum aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Insgesamt gesehen konnten sich die Schwarzgelben nach Wiederanpfiff zwar etwas aus der Umklammerung vor der Pause befreien, trotzdem kamen die Gastgeber weiter zu guten Chancen, zum Beispiel durch Robben, dessen Schuss aufs leere Tor von Bender auf der Linie an den Pfosten gelenkt wurde (63.). Offensiv ging lange nichts, bis zur 69. Minute: Da schickte Pisczcek Dembélé rechts runter, der flankte an den langen Pfosten, wo Aubameyang aus einem Meter einnickte (69.). Der BVB war wieder im Spiel und jetzt wurde es dramatisch!

Dembélé schlenzt ihn ins Eck

Es ging hin und her, beide Mannschaften spielten nun mit offenem Visier. Bürki parierte gut gegen Robben (70.), aber der BVB drehte nochmal auf – und er kam zur erneuten Führung! Reus ging links in den Strafraum, blieb hängen, bewies dann aber Übersicht und legte zu Dembélé nach rechts. Der junge Franzose ließ seine Extraklasse aufblitzen, als er erst Boateng mit einem Haken ausspielte und den Ball dann oben links ins Eck schlenzte (74.). Die Bayern warfen nun alles nach vorne, kamen durch Robben (83./86.) und Lahm (89.) zu Ausgleichschancen, die sie aber nicht nutzen konnten. Für den BVB verzog Weigl aus der Distanz knapp (90.+2).
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Ausblick:

In der Bundesliga geht es für den BVB am kommenden Samstag (15:30 Uhr) in Dortmund gegen den 1. FC Köln weiter. Das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion steigt am 27. Mai um 20:45 Uhr. Infos zum Ticketverkauf folgen in Kürze auf bvb.de

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