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Deutscher Fußball-Bund übermittelt im Schiedsrichterbereich keine Manipulation und kein Mobbing

Nach einer umfassenden Untersuchung des Schiedsrichterwesens hat der Rechtsanwalt und Compliance-Experte Dr. Carsten Thiel von Herff dem Deutschen Fußball-Bund seinen Abschlussbericht übermittelt.

Der Bielefelder Jurist war Anfang Dezember vom DFB beauftragt worden, die wiederholt auch öffentlich geäußerten Vorwürfe gegen Mitglieder der Schiedsrichter-Kommission zu untersuchen und die offensichtlichen Konflikte zu analysieren. Im Rahmen seiner unabhängigen Untersuchung nahm Dr. Thiel von Herff dazu unter anderem eine umfassende Datenanalyse vor und führte Gespräche mit 34 Personen, darunter zahlreiche aktuelle und ehemalige Schiedsrichter, sowie Beobachter und weitere Funktionsträger aus dem Bereich der Schiedsrichter.

Laut Abschlussbericht sind die gegen Hellmut Krug und Herbert Fandel erhobenen Vorwürfe des „systematischen Mobbings“ einzelner Elite-Schiedsrichter sowie die Krug vorgeworfene „Spielmanipulation“ durch unbefugte Einflussnahme auf Video-Assistenten nicht zutreffend. „Es gibt keinen Beweis dafür, dass Herr Krug in seiner Rolle als Supervisor unbefugt Einfluss auf die Entscheidung des zuständigen Video-Assistenten genommen und somit ein Spiel zu Gunsten oder zu Lasten einer Mannschaft manipuliert hat“, schreibt Thiel von Herff in seinem Bericht. Auch für das Krug und Fandel vorgeworfene „bewusste und systematische Mobbing“ einzelner Schiedsrichter in den vergangenen Jahren fand der Jurist keine Beweise. Der Bericht hält aber auch fest, dass es deutliche Defizite im Führungsstil und der Personalführung der beiden Führungskräfte des Schiedsrichterwesens gegeben habe. Ferner gibt es laut Untersuchungsbericht „keinen Nachweis dafür, dass Herr Krug und Herr Fandel unmittelbar Einfluss auf Schiedsrichter-Bewertungen von Beobachtern genommen haben, um Schiedsrichter bewusst zu benachteiligen oder zu bevorzugen”. Vielmehr gab es zulässige Eingriffe der SR-Kommission, die von einzelnen Schiedsrichtern subjektiv als Benachteiligung bzw. Bevorteilung anderer Unparteiischer wahrgenommen wurden.

Der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann sagt: „Mobbing und Manipulation sind für einen Sportverband schwerwiegende Vorwürfe, die vollumfänglich und vor allem unabhängig untersucht werden müssen. Mit Dr. Thiel von Herff haben wir damit einen ausgewiesenen Experten beauftragt, der zu klaren und differenzierten Ergebnissen gekommen ist. Dass die Anschuldigungen gegen Hellmut Krug und Herbert Fandel durch die Untersuchung widerlegt wurden, ist eine wichtige Erkenntnis. Allerdings weist der Bericht auch auf erhebliche Probleme in der Personalführung hin und zeigt Verbesserungspotenziale im Schiedsrichterwesen auf. Für uns ist das ein weiterer Beleg dafür, dass der vom DFB bereits vor einigen Jahren eingeschlagene Weg, das Schiedsrichterwesen zu modernisieren, konsequent unter Führung von Lutz-Michael Fröhlich fortgesetzt werden muss.“

Der DFB wird zunächst Herbert Fandel, Hellmut Krug und Schiedsrichter Manuel Gräfe, der in den vergangenen Monaten wiederholt verschiedene Vorwürfe zu angeblichen Missständen im Schiedsrichterbereich öffentlich gemacht hatte, über die zentralen Ergebnisse des Berichts informieren. Nach Gesprächen mit den Betroffenen wird in den zuständigen Gremien des DFB als Konsequenz aus den Untersuchungsergebnissen das weitere Vorgehen festgelegt.

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