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Quelle: 123.rf.com

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Schweigers Amazon-Doku: Lobeshymnen auf „Schweinsteiger“

Fußball weckt Emotionen. Torjubel, Abgesänge und Vereinswechsel lassen bei gestandenen Männern die Tränen fließen.

Noch emotionaler geht es zu, wenn sich einer der besten deutschen Fußballspieler von der Bildfläche verabschiedet und sein Karriere-Ende verkündet. Bastian Schweinsteiger wählte diesen Weg, der noch einmal von Deutschlands größtem Produzenten Til Schweiger in einer eigenen Dokumentation beleuchtet wurde. Seit 5. Juni ist das Werk auf Amazon zu begutachten.

Bastian Schweinsteiger ist ein Held. 1984 geboren entdeckte er schon früh die Fußballleidenschaft für sich und sorgte in 17 Jahren Vereinszugehörigkeit beim FC Bayern München für ausreichende Torschüsse und Punkte in der Rangliste. 2015 sah man deswegen dem Wechsel zu Manchester United skeptisch entgegen. Auch in der laufenden Premier League konnte sich das Team nicht wirklich behaupten und steht bei den Fußball Wetten für die Saison 2020/2021 beispielsweise mit einer Quote von 9,00 (Stand 14.07.) lediglich auf Platz drei der Gesamtsiegerliste. Eine Quote, die sich der FC Bayern München wohl nie erlaubt hätte. Mit oder ohne Bastian Schweinsteiger. Die Bayern haben in der aktuellen Saison nämlich sogar die Möglichkeit, das begehrte Triple zu gewinnen.

Vielleicht ein Grund, warum Schweinsteiger nur zwei Jahre bei dem englischen Verein auflief und anschließend zum Fußballclub Chicago Fire wechselte, bei dem auch der Kieler Torwart Kenneth Kronholm anheuerte. Was viele Fans erwarteten, traf ein: Wirklich erfolgreich lief das Engagement bei den Amerikanern für den deutschen Basti leider nicht. Weder die Presse noch die Fans nahmen von den Aktivitäten Notiz. Die frühzeitige Entscheidung, die Karriere aus eigenen Stücken auf Eis zu legen, war die beste Entscheidung, die der gebürtige Kolbermoorer treffen konnte. Die Stationen seiner Kickerlaufbahn waren demnach von Höhen und minimalen Tiefen geprägt. Deutschlands Allroundtalent Til Schweiger, der zuletzt in „Vier gegen die Bank“ zu sehen war oder „Die Hochzeit“ inszenierte, widmete sich in der Amazon Original-Doku „Schweinsteiger“ den Stationen und kredenzt Fans und Interessierten einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse aus Schweinsteigers Leben.

Nettigkeiten und viel Lob

Eine wirklich kritische Stellungnahme zu Schweinsteiger und seiner Karriere darf man vor Beginn der Doku nicht erwarten. Dass sich dem Thema auf leichten Sohlen und mit viel positivem Feedback genähert wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Viele Weggefährten, Ex-Teammitglieder und Prominente kommen in der zweistündigen Dokumentation zu Wort, die vor allem eines macht: Bastian Schweinsteiger loben. Seine Leistungen sind durchaus lobenswert, sei es im Rahmen der Bundesliga als auch in der Nationalmannschaft gewesen. Die Aneinanderreihung von Anekdoten und Erinnerungen wirkt jedoch teilweise eintönig. Fans, die nicht mehr verlangen, als einen gemütlichen Abend zu verbringen, werden in jedem Fall auf ihre Kosten kommen. Alle anderen, die auf Enthüllungen oder eindrucksvolle Aha-Momente gesetzt haben, sollten sich lieber auf spannendere Genre-Kollegen wie „Diego Maradona“ von DCM konzentrieren. Sicherlich ist die argentinische Fußballlegende ein gänzlich anderes Kaliber, doch bei näherer Betrachtung hätte sich bei Schweinsteiger sicherlich auch die eine oder andere dunkle Episode finden lassen können. Somit bleibt die Doku ein blütenweißes Zeugnis davon, dass Schweinsteiger der perfekte Spieler war, der nun bei der ARD als Sportexperte die WM 2022 kommentieren wird.

Fans sehen Doku mit gemischten Gefühlen

Über Schweinsteigers Leistung lässt sich kaum streiten. Über die Doku von Produzent Til Schweiger scheinen sich Fans dagegen uneinig. Zu viele Promis und zu glatt sind die meisten Kritikpunkte, die man auf der Bewertungsseite von Amazon lesen kann. Freundschaftlich verbunden sind der Hauptakteur und der Regisseur im echten Leben. Das wird auch in den meisten Szenen vor der Kamera spürbar.

Dagegen konnte die Kinodokumentation über Toni Kroos deutlich mehr Zuspruch finden. Exklusive Einblicke und ein Verständnis für den Protagonisten zeichnen den Film von Manfred Oldenburg aus. Eine Tatsache, die „Schweinsteiger“ leider vermissen lässt. Sportfans sollten die Daumen drücken, dass die nächste anstehende Doku über einen weiteren Sporthelden deutlich spannender sowie abwechslungsreicher ausfällt. Der Berliner Verleih DCM kündigte bereits für das vergangene Jahr einen Film über Michael Schumacher an. Aufgrund von Drehverschiebungen und Verzögerungen in der Post-Produktion wartet das Werk aktuell noch immer auf seinen längst fälligen Start. Ein Zeichen, das meist keine guten Vorschusslorbeeren mit sich bringt. Auf der anderen Seite haben Filmemacher Michael Wech und der Journalist Hanns-Bruno Kammertöns bis zum neuen Start Ende 2020 ausreichend Zeit etwaige Stolpersteine auszubügeln und den Fans eine Doku zu präsentieren, die wirklich zählt. Es bleibt spannend.

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